Zeit der Alarmierung: 12:38
Art der Alarmierung: Funkmeldeempfänger
Lage:
Der Postbote (Feuerwehrkamerad HBM Bernd Weber von der LG-Leuscheid) konnte bei seiner Arbeit - als er ein Packet abgeben wollte - hören, dass offensichtlich ein Rauchmelder im Haus ausgelöst hatte und konnte durch ein Fenster dann sehen, dass die Räume verraucht waren. Die Bewohner des Hauses waren abwesend.
Postbote Bernd Weber informierte daraufhin die Leitstelle des RSK und wartete vor Ort auf das Eintreffen seiner Feuerwehrkameraden.
Maßnahmen:
Bei Eintreffen der ersten Kräfte war von Außen zunächst keine Rauchentwicklung festzustellen, was auch der Leitstelle mitgeteilt wurde. Nach erster eigener Erkundung und Information durch den Kameraden Weber wurde als neue Lage der Leitstelle mitgeteilt, dass ein Rauchmelder ausgelöst hatte und die Räume verraucht waren. Ein Zugang ins Gebäude war zunächst nicht möglich.
Als erstes Fahrzeug traf das TLF-16/25 aus Leuscheid, kurz darauf gefolgt vom TLF-16/25 aus Herchen ein.
Da der Hauseigentümer über Handy erreicht wurde und dieser sagte, dass die Verrauchung wahrscheinlich von dem im Wohnzimmer befindlichen Kaminofen ausgehen würde, versuchten wir zunächst mit einem Ziehfix die Haustüre zu öffnen, was aber nicht gelang.
Daraufhin wählten wir den Zugang durch die rückwärtige Terrassentür indem wir eine Scheibe der zweiflügeligen Tür einschlugen. Sowohl an der Vorderseite und an der Rückseite des Gebäudes wurde je ein Verteiler in Stellung gebracht, damit von beiden Seiten die Vornahme eines Rohres möglich war.
Der 1. Angriffstrupp konnte dann die Terrassentüre und auch die Haustüre öffnen, so dass wir jetzt 2 Zugänge zum Objekt nutzen konnten und eine schnelle Entrauchung des Erdgeschosses durch Einsatz eines Überdrucklüfters möglich war.
Nachdem der Rauch sich verzogen hatte, gingen wir zunächst davon aus, dass der Rauch aus der nicht ganz geschlossnen Feuerungsöffnung gekommen sein musste. Dann stellten wir aber immer noch weitere Rauchentwicklungen sowohl an verschiedenen Stellen der rückseitigen Wand im Gebäude und außen an der Mittel- und Firstfette fest, was den Verdacht aufkommen ließ, dass sich ein Schwelbrand in der Wand hinter dem Kaminofen befinden musste, was auch durch den Einsatz einer Wärmebildkamera bestätigt werden konnte.
Die Außenwände des Fachwerkhauses bestehen aus Holz mit ISOFLOCK-Dämmungsmaterial und innen davor gemauerten Gasbetonsteinen mit aufgebrachten Fermacell-Platten. Diese wurden im Bereich von etwa 3m links neben und hinter dem Kaminofen geöffnet. Die Ummauerung des Ofens wurde letztendlich komplett abgetragen, um an die Glutnester zu gelangen, die sich innerhalb der Wand und in dem umbauten Raum des Ofeneinsatzes gebildet hatten.
Die abgetragenen Teile der Wand und das Dämmungsmaterial wurden nach Draußen gebracht, der Ofeneinsatz demontiert und im Wohnbereich auf Seite gestellt.
Zudem wurde die Dachhaut über dem Standort des Ofens geöffnet, um nachzu- schauen, ob sich keine Glutnester im Bereich des Daches gebildet hatten, was aber nicht der Fall war. Der Löschwasserverbrauch konnte durch den Einsatz einer Kübelspritze und eines Hohlstrahlrohres auf das absolut Notwendigste beschränkt werden.
Abschlussbetrachtung:
Dem Rauchmelder und der Aufmerksamkeit des Postboten ist es wohl zu verdanken, dass sich der Brand nicht weiter aufbereiten und ausdehnen konnte, was wieder einmal mehr belegt, wie wichtig Rauchmelder sind!
BI Hans Peter Sommer
Löschzugführer
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